Spendenübergabe

Zu den Lotusfüßen unseres geliebten Swami Sri Satya Sai Baba und unserer geliebten Lakshmi Devi. Mit tiefem Dank verbunden!

Im September 2017 führte uns der Weg nach Sri Lanka in den Ashram. Von dort aus war geplant, das Spendengeld für das Wasserprojekt zu übergeben. Zudem hatten wir 5 Rollstühle und zahlreiche Krücken für bedürftige Menschen aus Deutschland mitgenommen. Zusammen mit Lakshmi Devi durften wir die Stätten besuchen, von denen aus diese Hilfsgüter verteilt wurden.

Der Mönch MOST VEN. KIRIBATHGODA GNANANANDA THERO, der das Wasserprojekt ins Leben gerufen hat, ermöglichte uns sogar ein Interview, obwohl er wegen seines vielfältigen Engagements wenig Zeit hat.

Was dieser Mönch lehrt, hat er sich selbst zuerst beigebracht. Sharanacile, „Die Zuflucht zum Guru“ ist außerordentlich wichtig, sagt er. Heutzutage scheint es bei den Buddhisten allgemein ein größeres Problem zu sein, dies zu beachten, obwohl wir doch erst dadurch zum wahrhaften Sadhaka werden können.

Nachdem Buddha damals die Erleuchtung erlangt hatte, gab es 61 Mönche, die auch dieses Ziel erreichten und danach in die Welt hinausgeschickt wurden um Dharma zu lehren. Viele Menschen wollten auch Buddhisten werden, als sie die Lehre der Mönche vernahmen. Alle diese Suchenden wurden von den Mönchen wiederum zu Buddha geschickt. Daraufhin sprach Buddha: „Ihr braucht nicht so weit zu reisen, um zu mir zu kommen. Bleibt in eurem Dorf und praktiziert innerlich  Sharanacile!“. Sobald jemand voller Hingabe, regelmäßig die Panchacile (Die fünf Regeln) rezitiert und diese auch umsetzt, wird er zu einem Buddhisten transformiert werden.

Damals gab es die ersten zwanzig Jahre weder Tempel noch diese speziellen Panchacile. Die Zuflucht zu Buddha war das einzig Bestehende. Die ersten Schüler von Buddha brachten alle so viel gutes Karma aus ihren Vorleben mit, dass es für sie nicht vonnöten war, diese Regeln zu rezitieren. Allein die Zuflucht zu Buddha reichte aus, um die Erleuchtung zu erlangen.

Der Weg zur Rechtschaffenheit sollte mit Barmherzigkeit ausgeübt werden. Auch dies ist heutzutage sehr schwierig, weil die innere Kraft fehlt. Äußerlich führen wir zwar die Regeln und Riten aus, aber erst ganz langsam entwickelt sich auch unser Herz. Nur sehr wenige Menschen bemühen sich wirklich, Nirwana zu erlangen. Den Weg dahin können wir vergleichen mit einem Stück Land, das wir gekauft haben. Zuerst prüfen wir, ob es Wasser auf dem Grundstück gibt. Wenn keine Wasserleitung zu finden ist, müssen wir einen Brunnen graben. Aber wo befindet sich die Quelle? Wir müssen tief in die Erde bohren. Manche stoßen schnell auf Wasser. Andere wiederum bohren tief und tiefer und dennoch finden sie kein Wasser. Der Erfolg bei der Wassersuche hängt wiederum davon ab, auf welcher Ebene wir uns befinden. Vor allem das gute Karma, was wir in früheren Leben erarbeitet haben und mitbringen, spielt dabei eine große Rolle. Diesen Verdienst kann man nicht künstlich herstellen. Punnamkamma, diese ergiebige Wasserquelle entsteht erst, wenn wir mit tiefer Hingabe „Dharma“ ausüben.

Zu sich, seinem eigenen Selbst ehrlich zu sein, ist das beste Karma. Das Ego stellt sich dabei als das größte Hindernis dar. Wir wollen die Welt beeindrucken mit unserem Tun und meinen, dass wir etwas „Besonderes“ sind! Wenn wir allerdings dieser Versuchung standhalten, ist es einfach weiterzukommen. Zum Beispiel organisieren wir einen Satsang. Einer von der Gruppe ist dabei der erste Führer, dann gibt es vielleicht einen Stellvertreter usw. Wir alle kamen ursprünglich nur mit dem Ziel zusammen, Dharma zu hören. Allerdings kann es sein, dass ihr den Weg vergesst und nur am Titel festhaltet. Unser Engagement sollten wir als unsere Pflicht ansehen und voller Hingabe ausführen. Dadurch können wir sogar von Negativität befreit werden. Die guten Charaktereigenschaften sind so wichtig. Die Gefahr zehnfacher Illusionen können unseren Weg verschleiern. Als einziger Schutz dagegen hilft uns Sharana, die Zuflucht und Bhakti, die Hingabe. Niemals dürfen wir dem Ego Raum geben, es muss komplett ausgelöscht werden. Wir sollen diese Belehrung nicht einfach „so“ annehmen, sondern bewusst erkennen und umsetzten.  

Manchmal kommen Schüler zu ihm und prahlen damit, die erste Stufe Sowan erreicht zu haben. Später dann, ist es oft der Fall, dass dieselben Schüler erkennen, dass er sich geirrt haben. Es ist sehr schwer, die Wahrheit über das eigene Herz zu erkennen oder gar zu beurteilen, wie weit wir vorangeschritten sind. Dies ist eine Selbsttäuschung. Durch das Sadhana (spirituelle Übung) können wir uns davor schützen. Manche bilden sich sogar ein: „Wenn unser Lord Buddha, die Erleuchtung alleine erreicht hat, kann ich das auch schaffen“! Diese Einbildung ist noch größer. Dass Buddha damals alleine mit seinen Schülern diesen Weg gegangen ist, kann man schon als ein großes Wunder bezeichnen. Ein Problem heutzutage ist, dass das Band von erleuchteten Mönche untereinander nicht mehr besteht. Auch dadurch ist es sehr schwierig den Weg alleine zu gehen. Wir müssen unendlich viel Geduld entwickeln. Seinen Schülern gibt er die Anweisung als erstes Geduld zu üben. Die zweite Aufforderung ist auch die Geduld! Und die dritte Belehrung ist ebenfalls wieder die Geduld. Diese Charaktereigenschaft schützt unseren Weg zur Rechtschaffenheit (Dharma) und führt uns langsam zum Ziel.

Der Mönch erwähnte, dass er alles für den Buddhismus getan hat, was in seiner Macht stand. Er teilt uns mit, dass wir begnadet seien, da es heutzutage viele Gruppen gibt, aber bei den meisten fehle die wahre Zuflucht zu Buddha.

Dieser Palast wurde gebaut um Sakradevata zu verehren. Sakradevata half damals Buddha sein Danaparamitta (Vollkommenes selbstloses Geben, frei von Erwartungen) zu erfüllen. Der andere Tempel wurde für den Freund von Buddha gebaut. In der Zeit, als Kashapa Buddha lebte, sozusagen in einem früheren Leben von Gautama Buddha, hieß dieser Freund Gathikara. Der spätere Gautama Buddha empfahl seinem Freund immer wieder, doch wenigstens einmal zu Kashapa Buddha zu gehen um seine Lehre zu hören. Gathikara folgte schließlich diesem Rat und war sehr berührt von der Lehre des Kashapa Buddha. Von nun an folgte auch er dem Weg des Dharmas. „Wenn du einen wirklich guten Freund hast, führt er dich zur Erleuchtung“, sagte der Mönch. Gathikara weilt nun im Brahmaloka und wird als Buddhas Schüler verehrt.

Bei der Übergabe der Rollstühle offenbarte uns der Mönch: „Mit Hingabe habt ihr diese Rollstühle aus Deutschland hierhergebracht und dadurch alle sehr gutes Karma gesammelt. Alle, die in irgendeiner Weise dabei mitgeholfen haben, erhalten dafür Punnakamma (verdienstvolles Karma).

Der Bau einer Umkehrosmoseanlage erfolgt in verschiedenen Schritten. Somit legt der Mönch Wert darauf, das Spendengeld immer nur in Teilbeträgen für den jeweiligen Bauabschnitt zu erhalten. Nun wurde die erste Teilsumme für die Umkehrosmoseanlage überwiesen, der zweite Teil folgt im Februar 2018.

Wir dürfen sogar bei der Eröffnungszeremonie dieser neuen Umkehrosmoseanlage dabei sein, wenn wir das nächste Mal nach Sri Lanka kommen. Der Mönch war sehr erfreut darüber, dass wir eine weitere Wasserfilteranlage unterstützen wollen und wird einen geeigneten Ort dafür auswählen.

„Wasser zu schenken, ist Leben zu schenken und bedeutet ein großes Dana. Wasser ist Prana, Lebenskraft für die Menschen.“

Da die Umkehrosmoseanlage zur Filterung von mit Pestiziden und Düngemittel verseuchtem Wasser dient, erklärt der Mönch: „Früher, als die Menschen noch tiefer mit ihrem Glauben verbunden waren, gab es eine andere Methode mit der Schädlingsbekämpfung umzugehen. Wenn einmal ein Parasit die Reisfelder befallen hatte, nahmen sie einen Krug mit Wasser, setzten sich im Kreis um dieses Wassergefäß und rezitierten das Gatha: „Sabba Papassa Arkaranam“. Daraufhin wurde dann dieses gesegnete Wasser auf den Feldern verteilt. Die Schädlinge verschwanden und die Pflanzen erholten sich wieder. Diese Methode entstand aus dem Grund, weil wahre Buddhisten keinem Lebewesen Leid zufügen. Allerdings kann diese Methode nur mit einem reinen, mitfühlendem Herzen gelingen.“

Ein weiterer Weg führte uns zu dem Tempel Velgam Rajamaha Viharya. Diese Tempelanlage war verschüttet und Lakshmi Devis Eltern leisteten damals großes Seva bei den Ausgrabungsarbeiten.

Lakshmi Devi hat sich dazu entschlossen, diese Mönche dort ebenfalls zu unterstützen. Sie brauchen dringend einen weiteren Wassertank, da immer mehr Pilger diese Tempelanlage besuchen und das Wasser dadurch oft knapp wird.

Einen Teil der Spendengelder wurde nun dazu verwendet, dieses Projekt zu ermöglichen.

Auch an diesem Ort gab es hilfsbedürftige Menschen, die über die Rollstühle sehr dankbar waren.

Vor ein paar Tagen haben wir erfahren, dass der Bau dieses zusätzlichen stabileren Wassertanks in der Tempelanlage Velgam Rajamaha Viharya bereits schon abgeschlossen ist. Die Mönche, die dort leben, sind sehr dankbar dafür und haben uns dieses Foto gesendet.